TPS: Transkranielle Pulsstimulation  - Regenerative Medizin bei Alzheimer-Demenz

Regenerative Medizin hat übergreifend das Ziel, das Verhältnis von Degeneration zu Regeneration von Körperzellen und Körperstrukturen zugunsten der Regeneration zu verschieben. Physisches und mentales Training sowie eine auf Restrukturierung ausgelegte Ernährung sind die Basis. Je nach Indikation und Lokalisation der Erkrankung kommen dann spezifische Therapieformen wie z.B. Stosswellentherapie / TPS, Lasertherapie, PRP (platelet rich plasma) -Therapie in Frage. In der Regel ergänzt die Regenerative Medizin die etablierten Therapieverfahren.

 

Was charakterisiert degenerative Erkrankungen? Ein vielen degenerativen Erkrankungen gemeinsamer Faktor ist die Bildung von Plaques, d.h. Auflagerungen. Diese treten z.B. auf den Innenwänden von Gefässen auf, vielfach mit der Folge einer Arteriosklerose. Dabei kommt es u.a. zu einer Verhärtung und Verdickung der Arterienwände. Bekannte Folgen können die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PavK) und die Koronare Herzerkrankung (KHK) sein. 

Degenerativ entzündliche Kalk-Plaques sind z.B. auch an "Fersensporn" und "Kalkschulter" beteiligt. 

 

Morbus Alzheimer, eine degenerative Erkrankung: Sehr vereinfachend kommt es auch bei Morbus Alzheimer zu einem degenerativen Zellumbau und Plaquebildungen mit Funktionsverlust des Gehirns. Eine endgültige Erklärung der Ursachen steht noch aus. Zwei Hauptfaktoren sind offensichtlich Beta-Amyloid und Tau Protein. Alzheimer Plaques bestehen vor allem aus Beta-Amyloid, einem Eiweiss, das in den Gehirnzellen natürlich vorkommt. Bei Morbus Alzheimer ist jedoch der Abbau gestört. Es kommt zur zunehmenden Vermehrung und zur Bildung von Beta-Amyloid-Plaques. Tau Protein, das u.a. durch spezifische Kanäle eine wichtige Rolle bei der Zellversorgung spielt, degeneriert und bildet faserartige Ablagerungen, die sich anhäufen und letztendlich zu Funktionsverlust und Tod der betroffenen Hirnzellen führen.

Insgesamt sind die Ursachen der Alzheimer Erkrankungen aber weitaus komplexer. Das Fortschreiten ist nicht kontinuierlich, es können auch in späten Phasen "helle" Momente auftreten, die zur Ursachenerklärung nicht passen. Entzündliche Systemerkrankungen wie Diabetes und Adipositas, aber auch hoher Blutdruck erhöhen das Risiko. Durchblutungsstörungen des Gehirns werden genauso als Mitursache für das Gesamtbild diskutiert wie die verringerte Produktion unterschiedlicher Botenstoffe durch die Gehirnzellen.

 

Medikamentöse Therapie des Morbus Alzheimer: Éine ursächliche Behandlung des Morbus Alzheimer ist nicht bekannt. Anti-Dementiva behandeln die verringerte Verfügbarkeit des Botenstoffs Acetylcholin im Gehirn. Ein weiteres Medikament schützt vor den Effekten der Aminosäure Glutamat, die z.B. auch in Geschmacksverstärken enthalten ist. Ginko Extrakt soll die Gehirndurchblutung verbessern. Vor allem sollte eine perfekte Einstellung von Blutzucker und Blutdruck die Risikofaktoren ausschalten. 

 

Nicht-Medikamentöse Therapie des Morbus Alzheimer: Grundsätzlich sind alle Maßnahmen richtig, die Stoffwechsel, Gewicht und Leistungsfähigkeit des Herz-Kreislaufsystems verbessern. Dies ist insbesondere ein systematisches Ausdauer-Kraft-Flexibilitätstraining. Das erhöhte Sturzrisiko lässt sich so zudem deutlich reduzieren. In Verbindung mit Physiotherapie, Krankengymnastik an Geräten und Gehtraining können Krankheitsprogredienz und Alzheimer spezifische Risiken deutlich reduziert werden. In der Sprechstunde der Ambulanz für Bewegungs- und Sportmedizin der Universität Leipzig erklären und vermitteln wir Ihnen die individuell richtigen Programme auf Basis der persönlichen Belastungsbarkeit und zentralen Leistungsfähigkeit sowie ernährungsmedizinische Aspekte.

 

Transkranielle Pulsstimulation (TPS) bei Morbus Alzheimer: Es handelt sich um eine Stosswellenbehandlung spezifischer Hirnareale auf Basis eines Schädel-Hirn-MRTs.

Die grundsätzliche Wirkung der Stosswellentherapie für die Geweberegeneration ist durch eine überzeugende Literaturlage belegt. Besonders bei muskulo-skelettalen Problemen, Herzschwäche, neurologischen Erkrankungen, aber  auch speziellen Männer- und Frauenerkrankungen hat die Stosswellentherapie nachgewiesene Effekte. Hierauf wird bei den jeweiligen Indikationen im Detail eingegangen.

 

Welche Effekte auf die Alzheimer-Demenz hat eine TPS? Die Nutzung der Stosswellentherapie für Morbus Alzheimer ist noch vergleichsweise neu. Untersuchungen zu Effekten der TPS auf ß-Amyloid und Tau-Protein wurden bislang nicht durchgeführt. Ebenso fehlen auch Untersuchungen mit Placebo-Anwendungen. Erste Beobachtungsstudien zur Beeinflussung der Alzheimer-Symptomatik sind jedoch positiv und rechtfertigen bei geeigneten Patienten die Anwendung in der Routine.  Besonders waren Sprachvermögen und Gedächtnis sowie soziale Interaktionen und Orientierungssinn verbessert. Diese Verbesserungen nahmen über einen Beobachtungszeitraum von 3 Monaten noch weiter zu. Gleichwohl sehen wir die TPS vor allem als den Versuch, eine bessere Basis für eigenaktive Maßnahmen der physischen und psychischen Aktivierung zu schaffen. Die TPS ist daher bei uns ausdrücklich nur Teilkomponente eines ganzheitlichen und integrativen Therapieprozesses. 

 

Wie wird die TPS durchgeführt? Voraussetzung ist die ärztliche Diagnose Morbus Alzheimer in einem frühen bis mittleren Stadium. Weiterhin wird ein radiologisch befundetes Schädel MRT benötigt. Die MRT-CD muss mitgebracht werden, das Gehirn muss vollständig dargestellt sein. Alle weiteren Patientenunterlagen (z.B. Herz-Kreislauf- oder Lungenbefunde, Diabetes-, oder Rheumadiagnostik, orthopädisch-traumatologische Behandlungen usw.) müssen uns vorliegen. Beim Ersttermin in der Ambulanz findet eine ergänzende Untersuchung sowie die Auswertung von Fragebögen statt, die wir Ihnen im Vorfeld zuschicken. In dieser Untersuchung wird abgeklärt, ob die TPS für Sie geeignet ist. Ergänzend erhalten Sie Hinweise für ggf. erforderliche zusätzliche Diagnostik sowie ergänzende Möglichkeiten der Lebensstiländerung (Ernährung, physisches und mentales Training).

Im Folgetermin wird dann die erste TPS durchgeführt. Die schmerzfreie Behandlungsserie (6 Einheiten) dauert insgesamt 2 - 3 Wochen. Nach 3 und 6 Einheiten sowie in den ersten 6 Monaten erhalten Sie von uns Fragebögen, die eine Beurteilung von Effekten und ergänzende Hinweise ermöglichen. So begleiten wir Sie nach der TPS und unterstützen Sie auch weiterhin. 

 

Hat die TPS Nebenwirkungen? Nach vorliegenden Befunden ist die TPS sicher und wird gut toleriert. Die vorliegende Literatur berichtet von vorübergehenden, leichten  bis moderaten Nebenwirkungen in 4% der Behandlungen. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um kurzzeitige leichte Kopfschmerzen oder leichten Schwindel während der Behandlung.

 

Wie ist die medizinische Überwachung während der Behandlung? Hier wird ein hoher Standard gesetzt. Die TPS erfolgt unter kontinuierlicher ärztlicher Supervision und Anästhesie - äquivalenter Überwachung der Herz-Kreislauf- und Gehirnfunktion (Blutdruck, EKG, Herzschlagvolumen, Vektor-EKG / Ischämiekontrolle) und EEG-Monitoring. Bei cardio-vasculären Risikopatienten erfolgt zusätzlich vor und nach der Therapie ein d-dimer Check zum Gerinnungsausschluss. 

 

Wie sind die Kosten der TPS? Die transkranielle Pulsstimulation gehört nicht zum Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenkassen. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) und wird vor Behandlungsbeginn mit Ihnen besprochen. Abrechnungspunkte sind im Wesentlichen

1. spezifische und therapiebegleitende Befunderhebung (apparativ und fragebogengestützt) incl. weiterer Risikoabklärung (z.B. Ganganalyse / Sturzrisiko)

2. Herz-Kreislauf-, Atmungs- und Gehirnüberwachung

3. TPS-Therapie auf Basis des individuellen MRT Befunds

4. Befundung und Berichterstellung für die behandelnden Ärztinnen / Ärzte

 

Die kumulativen Behandlungskosten liegen, abhängig von den individuellen Erfordernissen und dem individuellen Überwachungsaufwand, im Bereich von 290 - 350 € je Therapieeinheit. 

 

Auskunft und Anmeldung: Sie erreichen uns telefonisch unter 0341-9731648 (ggf auch AB) oder Email tps.neuro@gmail.com. 

 

 

Weitere Informationen zur TPS:

Alzheimer Deutschland

Storz Medical

 

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